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Ein zentraler Vereinszweck ist die wissenschaftlich fundierte Tierschutzarbeit auf Sardinien. In enger Kooperation mit verschiedenen Partnern wie dem Verein Parasitus Ex und verschiedenen Hochschulen erfassen wir die Verbreitung von Krankheitserregern in Vektoren, wie Zecken und Stechmücken, wenden moderne Methoden der Parasitenprophylaxe an und klären über "Mittelmeerkrankheiten" auf. Diese Aufklärung geschieht durch Informationsbroschüren und Weiterbildungsveranstaltungen. Um Neuigkeiten, aktuelle Bobachtungen und gewonnen Einsichten direkt einem breiten Publikum zugänglich zu machen, werden wir zukünftig auf dieser Seite aktuelle Erkenntnisse zum Thema "Parasitäre Erkrankungen des Hundes" bekanntmachen.


Oktober 2025

Im Wettlauf mit der Zecke: Wirken Isoxazoline schnell genug, um eine Erreger-Übertragung zu verhindern?

Tobias Werner & Torsten J. Naucke
Abb 1 Wettlauf mit der Zecke HP

Isoxazolin-haltige Kautabletten (Fluralaner, Afoxolaner, Sarolaner, Lotilaner) sind hochwirksame systemische Akarizide zur Bekämpfung von Zecken bei Hunden. Sie wirken, indem sie spezifisch Glutamat-gesteuerte Chloridkanäle der Zecken blockieren und so zum Tod der Parasiten führen. Obwohl Zecken nach einem Stich zuverlässig innerhalb von etwa 12 bis 48 Stunden abgetötet werden, besitzen Isoxazoline keine repellierende (abschreckende) Wirkung. Daher können Zecken zunächst stechen und Krankheitserreger übertragen. Dabei variiert die Geschwindigkeit der Erregerübertragung erheblich:

  • Viren (z.B. FSME) werden sofort (<10 Minuten) übertragen.

  • Bakterien wie Ehrlichia canis (3-5 h) und Rickettsia spp. (6-10 h) sowie Babesia canis (durch Männchen: 6-8 h) werden innerhalb weniger Stunden übertragen.

  • Andere Erreger wie Borrelia burgdorferi (>42 h) oder Babesia canis (bei Weibchen: ~48 h) benötigen deutlich länger.

Da die Abtötungsgeschwindigkeit der Isoxazoline für viele Erreger zu langsam ist, um eine Übertragung sicher zu verhindern, wird eine Kombinationsprophylaxe empfohlen. Für einen optimalen Schutz, insbesondere in Südeuropa, sollte auf repellierenden Wirkstoffen (z.B. in Spot-Ons oder Halsbändern) in Kombination mit makrozyklischen Laktonen zurückgegriffen werden, um sowohl eine abschreckende als auch eine abtötende Wirkung zu erreichen. Hier der Originalartikel: https://hunderunden.de/aus-der-praxis/wettlauf-zecke