Hepatozoonose

 

Erreger, Vektoren und Verbreitung

Das Vorkommen der Hepatozoonose ist eng mit dem Auftreten des krankheits-übertragenden Vektors, der braunen Hundezecke, verknüpft. Der in Europa auftretenden Erreger Hepatozoon canis, der zu der Untergruppe der Kokzidien gehört, wurde aus Afrika importiert und wird gegenwärtig vorzugsweise im mediterranen Raum und somit auch auf Sardinien gefunden. Man schätzt, dass hier zwischen 10-50% aller freilebenden und ungeschützten Hunde infiziert sind. Bis vor kurzem wurde angenommen, dass die Hepatozoonose nur südlich 45° nördlicher Breite vorkommt. Inzwischen wurde aber bei einer großangelegten Untersuchung des Fuchsbestandes in Thüringen festgestellt, dass ein recht hoher Prozentsatz der Füchse seropositiv auf Hepatozoon canis ist. In diesem Zusammenhang wird auch eine Übertragung durch die Igelzecke (Ixodes hexagonus) diskutiert. Genaueres zur Übertragung ist hier jedoch noch nicht bekannt.

Sicher ist, dass zur Übertragung der Erkrankung der Hund den Erreger oral durch Fressen bzw. Verschlucken einer braunen Hundezecke aufnimmt. Im Verdauungstrakt durchdringen die Erreger die Darmwand, um zunächst Monozyten und Lymphozyten, später Milz, Leber, Muskulatur, Lungen und das Knochenmark zu befallen. Die Entwicklung durchläuft mehrere Stadien in Zecke und Hund und dauert ca. 80 Tage bis sie mit der Bildung von sogenannten Gamonten abschließt. Eine Besonderheit ist die jahreszeitabhängige zyklische Aktivität und Zahl der Erreger.

 

Die Symptome der Hepatozoonose

 Das klinische Bild einer manifesten Hepatozoonose ist nicht klar definiert. Die Infektion läuft häufig mit milder bzw. gänzlich ohne Symptomatik ab. In Einzelfällen sind aber auch dramatische Krankheitsverläufe beschrieben, die insbesondere durch die Bildung großer Immunkomplexe (u.a. durch übermäßige Produktion von γ-Globulinen) zu Leber- und Nierenversagen führen können. Nach unbestimmter Inkubationszeit können folgende Symptome auftreten: 

akut (< 3 Monate)

  • Fieber & Gewichtsverlust
  • Lymphknotenschwellung
  • Durchfälle und Anämie
  • Nasen- u. Augenausfluss

chronisch (> 3 Monate)

  • Anämie (Schleimhautblässe)
  • Muskelentzündung (steifer Gang)
  • Beeinträchtigung des ZNS
  • Epilepsie-ähnliche Krampfanfälle

Wichtig ist in diesem Zusammenhang die Beobachtung, dass bei Hunden mit Mischinfektionen (z.B. Babesien, Leishmanien, Ehrlichien) diese Symptome wesentlich häufiger beobachtet werden. Eine Befragung von Tierärzten aus dem Jahr 2011 ergab, dass aus einer Gruppe von 182 Hepatozoon-positiven Hunden, mehr als die Hälfte keinerlei klinische Symptomatik entwickelten. 

 

Gefahr für Tier und Mensch?

Der Name des Erregers ist etwas irreführend. Die Erkrankung ist keine Zoonose: Eine Gefahr für Menschen besteht nicht, eine Übertragung ist nicht bekannt. Auch ein Infektionsweg von Hund zu Hund ist unwahrscheinlich. Allerdings kann Hepatozoonose von Mutter-Hündinnen auf ihre Welpen übertragen werden. 

 

Vorbeugung

Gegen die Hepatozoonose steht gegenwärtig keine sicher wirksame Chemo- bzw. Impfprophylaxe zur Verfügung. Aufgrund des Übertragungsweges durch das Verschlucken der Zecken gestalten sich auch präventive Maßnahmen recht schwierig. Prinzipiell kann man aber durch Fellkontrolle bzw. durch Einsatz von repellierenden (abweisenden) Mitteln wie Deltamethrin-haltigen Halsbändern, die Kontaktwahr-scheinlichkeit mit Zecken minimieren.

 

Grundlegendes zur Behandlung

Leider ist kein sicheres Therapieschema zur vollständigen Eliminierung des Erregers bekannt. In der Frühphase der Erkrankung können Sulfonamide, später Kombinationstherapien mit Imidocarb, Pyrimethamin und Clindamycin versucht werden die aber in der Regel bei einer Behandlung nicht zur Beseitigung von H. canis führen. Ein in der Schweiz zugelassener Futterzusatzstoff Decoquinat kann die übermäßige Ausbreitung des Erregers wirkungsvoll verhindern und somit einen milden Krankheitsverlauf ermöglichen. Es bleibt abzuwarten ob der Hersteller eine Zulassung zur Therapie von Hunden beantragt.

Auch wenn sehr viele Hunde nicht klinisch erkranken, ist darauf zu achten, dass sie keinem unnötigen Stress ausgesetzt werden. Eine Hepatozoonose ist auch bei einem klinisch gesunden Hund eine chronische Erkrankung, bei der die Gabe einiger entzündungshemmender und immunsuppressiv wirkender Medikamenten wie z.B. Prednisolon (1,2-Dehydrocortisol) kontraindiziert ist.


© 2015 T. Werner


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