Die besondere Geschichte

Zulu

01.03.2021

Das besondere Happy End 
(Ein Bericht von Zulus Adoptantin)

Als mein Hund mir vor etwas über 1,5 Jahren verstarb, (es war ein Pommeranien Spitz) den ich mir vom Züchter holte und dieser bei mir 17 Jahre alt wurde, nahm ich mir fest vor keinen neuen Hund

mehr haben zu wollen. Doch meine Trauer begleitete mich 7 Monate lang und ich merkte, dass es mich schon wie ein Sog runter zog aus dem ich nicht mehr raus konnte. Wenn ich Leute sah die mit ihren süßen kleinen Hunden spazieren gingen, musste ich jedes Mal weinen, so sehr fehlte mir mein über alles geliebter kleiner Schatz.

Als ich eines Tages bei mir auf der Arbeit beim Spaziergang mit meinen Bewohnern spazieren ging, (Ich bin Betreuerin für schwerbehinderte Menschen), sah ich einen Mann der 3 Hunde bei sich an der Leine führte. Diese waren klein, mittel und groß. Dieser eine kleine Hund viel mir sehr auf, da ich sowas zartes und süßes vorher noch nicht gesehen hatte. Ich hielt diesen Mann an und fragte Ihn, was er denn da mit sich an der Leine führte. Er erklärte mir, dass es ein Rusky Toy Terrier ist und erzählte mir von dem Charakter dieses süßen kleinen Hundes. Je mehr ich erfuhr umso mehr war mir klar, dass ich genauso einen Hund unbedingt haben musste. Meine Tränen konnte ich kaum noch halten, so sehr ist mir dieser kleine süße Toy ins Herz geschossen. Also machte ich mich auf die Suche und begann diese beim Züchter. Doch diese Hunde gefielen mir nicht, da man ihnen die Überzüchtung schon ansah und diese auch nicht die Ohren hatten wie der kleine Toy den ich gesehen hatte. Die Toys hatten hochstehende Ohren, den Toy den ich wollte, sollte hängende Ohren haben.

Dann kam ich auf Tasso, dies ist eine Seite im Internet in denen Tierschutzorganisationen ihre Hunde zur Vermittlung vorstellen. Da fand ich dann genau das, was ich schon sooo lange gesucht hatte...MEINEN TOY TERRIER!!...
Ich rief dann bei den SardinienHunden an und fragte ob ZULU (so hieß Er damals und heute noch bei mir), noch zu haben wären. Die Vereins Vorsitzende, Frau Werner Gessendorfer, sagte mir, dass Zulu noch da wäre und sicherte ihn mir zu. Ich war so glücklich über diese Antwort, so dass ich sofort wieder anfing zu weinen. Vor Freude und gleichzeitig Trauer, wegen dem Verlust meines anderen Hundes (an dem ich so sehr hing) und das ich doch noch meinen Zulu der für mich wie die Stecknadel im Heuhaufen geworden ist, gefunden habe. Ich bekam ihn 2 Tage vor Weihnachten überreicht...dieses war mein schönstes selbst gemachtes Weihnachtsgeschenk. Als wir beide uns sahen war es um uns beide geschehen. Ich sprach ihn mit seinem Namen an und er freute sich so sehr, dass er Freude strahlend auf mich zukam, so als hätten wir uns immer schon gekannt und er jetzt nur zurück nach Hause gekommen ist.

Nun begann eine schöne und aufregende Zeit mit Zulu. Er freundete sich schnell mit meinen Katzen an, davon habe ich 3. Aber draußen musste er noch lernen, dass die Mülltonnen keine Gefahr für ihn sind, da er diese immer wieder anbellte wenn sie an die Straße gestellt wurden. Menschen mit Mützen, Hüte und Kapuzen waren ihm auch unheimlich. Besonders die mit Regenschirmen waren für ihn eine große Gefahr! Aber auch das lernte er sehr schnell das diese gar nicht schlimm sind. Nur wenn er andere Hunde sah dann brannten bei ihm die Sicherungen durch. Besonders bei den großen Hunden, da war er nicht mehr zu halten! Nach dem wir diese Probleme dann mit dem Besuch einer Hundeschule weg zu trainieren versuchten, wurde es besser. Wir beide sind seit einem Jahr in der Hundeschule und Zulu hat in dieser Zeit so viel dazu gelernt. Auch am Agility-Kurs hat er so viel Spaß dran, so dass er die andern Hunde um sich herum gar nicht mehr wahrnimmt und zu konzentriert am Training ist. Auch zuhause hat er jetzt nach so langer Zeit 3 Freunde gefunden die er vorher gar nicht mochte. Sogar der Riesenschnauzer von neben an, der der beste Freund meines anderen Hundes war, und den Zulu auch nur angebellt hat, wurde nun auch zu seinem Kumpel.

Ich möchte hiermit auch allen mitteilen...wenn man sich einen Hund aus einer Tierschutzorganisation holt...dann sollte man nicht gleich aufgeben und diesen Hund vielleicht wieder zurück oder woanders hingeben, nur weil alles nicht sofort klappt. Ein Hund braucht Zeit um sich einzuleben. Und wenn es nach einiger Zeit nicht klappt dann auch die Hundeschule besuchen, das hilft auf alle Fälle. Ich habe durch Zulu gelernt, dass man nicht immer zum Züchter gehen muss um einen Hund zu sich zu holen. Man kann auch einen Hund in einer Tierschutzorganisation finden und rettet dabei sogar auch gleich ein Hundeleben.

Das war Zulu auf Sardinien

An einem Freitagmorgen im Mai

01.05.2019

AN EINEM FREITAGMORGEN IM MAI…. es ist kurz vor halb 10 und das Handy klingelt: „Guten Morgen, ist dort die Tierschutzorganisation SardinienHunde? Wir sind seit einigen Tagen auf Sardinien im Urlaub und haben hier in der Nähe von Sole Ruiu in einer Höhle eine Hündin mit ihren Welpen gefunden. Was können wir tun? Können Sie uns helfen?“ …

So oder so ähnlich erreichen uns während der Urlaubssaison täglich Anrufe von Touristen, die während ihres Aufenthalts auf der Insel Hunde gefunden und gefüttert haben und es nicht übers Herz bringen sie auf der Straße zurück zu lassen. Tendenz stark steigend! Während wir vor 2 Jahren 65 Anrufe pro Jahr entgegennahmen waren es 2017 schon über 100 und auch 2018 haben wir schon an einigen Tagen das Handy nicht aus der Hand gelegt um Hilferufe entgegenzunehmen bzw. Hilfe vor Ort zu organisieren.

            Das ist nicht immer einfach, sehr zeitaufwändig und kostet viel Kraft. Wegen der vielen Anfragen die uns erreichen, kümmert sich für unseren Verein sogar eine eigene ortskundige und italienisch sprechende Mitarbeiterin um die Hilferufe der Touristen, insbesondere wenn diese auf einem Grundstück oder an einem Haus Tiere in sehr schlechter Haltung bemerken.

            Wir möchten gern über unsere Erfahrungen berichten und auf das ein oder andere Problem hinweisen, das mit dem Fund eines Tieres verbunden ist bzw. im Nachhinein auftreten kann.

            Wenn man der Realität ins Auge blickt, wird schnell klar, dass die Lebenssituation von streunenden Hunden, aber auch von Tieren die einen Besitzer haben, eine völlig andere als in Deutschland ist. Trotz eines vergleichsweisen strengen Tierschutzgesetzes und der Pflicht Hunde mit einem Microchip zu kennzeichnen, leben die allermeisten Tiere frei, sind nicht gechipt und werden sehr häufig sich selbst überlassen. Besonders wenn sie gesundheitlich Probleme haben oder Nachwuchs bekommen wird man ihnen schnell überdrüssig.

Hier klafft offensichtlich eine riesige Lücke zwischen behördlichem Anspruch und der Wirklichkeit im Alltag, zumal die Kennzeichnungspflicht von den zuständigen Ämtern so gut wie gar nicht kontrolliert wird. Was also tun wenn ein Tier gefunden wird?

Natürlich ist es richtig in einem solchen Falle EINE Tierschutzorganisation, die auch vor Ort aktiv hilft, zu informieren. Die Betonung liegt hier tatsächlich auf EINE! Viele besorgte Touristen glauben, dass am schnellsten geholfen wird wenn man alle Orgas, die man erfolgreich gegoogelt hat, anschreibt bzw. anruft und um Hilfe bittet. Das Gegenteil ist der Fall. In solchen Fällen wird in der Regel wenig bis nichts passieren, weil so keine Hilfe mit eindeutiger Zuständigkeit organisiert werden kann. Besser ist es, eine Organisation zu informieren, die sich dann gegebenenfalls von einem anderen Tierschutzverein Unterstützung holt oder den „Fall“ übergibt.

Ist der Kontakt einmal hergestellt, ist es für die weitere Kommunikation äußerst wichtig, dass ein paar Fotos und eine möglichst genaue Beschreibung des Tieres übermittelt werden. Unter Umständen kann dann später geklärt werden, um welches Tier es sich handelt oder ob es einen Besitzer hat. Auch ist damit der Fund und der Zustand des Tieres dokumentiert. Man kann davon auszugehen, dass wohlgenährte Tiere mit Halsband in der Regel einen Besitzer haben. In solchen Fällen ist dringend davon abzuraten den Hund einfach mitzunehmen.  

Häufig sind jedoch Fundtiere sehr schwach bzw. krank, befinden sich in einem schlechten Ernährungszustand oder sind stark dehydratisiert. In einem solchen Falle muss natürlich gehandelt werden. Aber wie, wo doch die Straßen voll sind von Tieren und viele Tierheime und Auffangstationen aus allen Nähten platzen? Ein schwieriges Unterfangen, besonders aufgrund der italienischen Gesetzeslage, nach der jeder Hund einen Besitzer haben muss. Ist dieser aufgrund des fehlenden Microchips nicht identifizierbar, gehört das Tier der Gemeinde, in der es gefunden wurde. Normalerweise wird dann der Hund in ein staatliches Canile, auch Hundelager genannt, verbracht. Für alle Tierschützer ist das ein Grauen. Nach Änderung des italienischen Tierschutzgesetzes in den 90er Jahren, bei der die Tötung von Hunden verboten wurde, wird seither eine «Internierung» in staatlichen Tierheimen subventioniert. Es gibt eine Reihe von diesen Lagern in denen weit über 1000 Hunden unter schlimmen Bedingungen gehalten werden, ohne dass diese jemals eine 2. Chance zur Vermittlung bekommen würden. Diese Lager werden teilweise mit sechsstelligen Euro-Beträgen subventioniert. Mit einem Bruchteil des Geldes hätten Kastrations- und Sterilisationsaktionen im großen Stil durchgeführt werden können – damit wäre das Problem in den Griff zu bekommen.

Es ist also eine recht schwierige Situation in der die italienischen Tierschützer stecken. Kann man bei dieser Rechtslage überhaupt helfen?

Glücklicherweise ja, denn spätestens bei der Frage nach der behördlichen Zuständigkeit wird man als Urlauber bemerken, dass in den meisten Fällen weder die örtliche Polizei noch die Gemeinde mit dem Fundtier etwas zu tun haben möchte.

Deshalb können Vereine durch das stetig wachsende Netzwerk an Tierschützern auf Sardinien sehr oft helfen, einen Platz zu finden, der das Tier aufnimmt und von wo aus es eine 2. Chance auf ein tiergerechtes Leben in einer Familie bekommt.

 

Bedauerlicherweise ist es häufig aber unmöglich, eine Übergabe eines Tieres ohne Mithilfe der Urlauber, die einen Hund gefunden haben, zu organisieren. Wenn man einmal vor Ort die Situation in privat geführten Auffangstationen, wie in unserem Kooperationstierheim in Olbia, dem Rifugio „I Fratelli Minori“ der italienischen Organisation LIDA, gesehen hat, wird man schnell verstehen, dass eine Abholung eines Tieres von einem weit entfernten Ort auf der Insel nicht möglich ist. Zu dringend wird im Rifugio jede Hand gebraucht um die über 700 Hunde und 250 Katzen mit Futter und Medikamenten zu versorgen, sowie die Gehege und Futterschüsseln zu säubern.

 

Deswegen ist es immer eine große Hilfe, wenn sich Urlauber bereit erklären und nach Rücksprache mit der Tierschutzorganisation „ihr“ Fundtier zur Auffangstation zu bringen. Hier wird geprüft ob das Tier mit einem Microchip gekennzeichnet ist, tierärztlich untersucht sowie geimpft und entwurmt. Leider ist es notwendig, dass das Tier die nächsten Tage in Quarantäne verbringen muss. Zu groß ist die Gefahr der Übertragung von Infektionskrankheiten, die für einige schwache und kranke Tiere den sicheren Tod bedeuten können.

Für die überfüllten Tierheime eine große Kraftanstrengung, zumal so etwas bis zu 20 Mal am Tag passiert. Vor allem viele wenige Wochen alte Welpen werden so täglich aufgenommen. Das ist eine besonders große Herausforderung für die Tierschützer, sind doch diese nicht grundimmunisierten Welpen der in den Tierheimen auf Sardinien kursierenden Parvovirose schutzlos ausgeliefert. Deshalb werden ganz junge Fundtiere nicht im Rifugio selbst, sondern von privaten Pflegestellen aufgenommen und versorgt. Insgesamt ein ziemlich großer organisatorischer und finanzieller Aufwand um den Tieren zu helfen.

Deshalb wäre es schön, wenn man als Urlauber vor Ort bei der Übergabe des Tieres, oder später über die kontaktierte Tierschutzorganisation mit einem kleinen Betrag helfen würde. Das kann man zum Bsp. mit einer Tierpatenschaft tun bei der man monatlich einen kleinen Geldbetrag überweist. Diese kleinen Finanzspritzen sind eine große Hilfe um die Versorgung des Tieres bis zur Adoption sicherzustellen. Gleichzeitig erhält der Pate regelmäßige Informationen über sein Patentier und so kann man das weitere Schicksal des gefunden Tieres begleiten.

Leider erleben wir es immer wieder, dass Touristen nach der Übergabe des Tieres mit einem ruhigen Gewissen abreisen und nie wieder nach dem Verbleib des Tieres fragen. Aber zu Glück sind die meisten Touristen nicht nur hilfsbereit sondern sich auch ihrer Verantwortung für ihren Findling bewusst.

So auch bei unseren Anrufern im Mai, die eine Hündin mit ihren 11 Welpen in einer kleinen Höhle gefunden hatten und uns um Hilfe baten. In diesem Falle bekamen wir von unserem Kooperationstierheim schnell das OK, dass die junge Familie aufgenommen werden kann. Unsere eigenen Helfer konnten vor Ort tätig werden und den Touristen am Fundort direkt helfen. Die Mama hatte für sich und ihre Welpen, die noch die Augen geschlossen hatten, eine kleine Höhle als sicheren Ort in der Nähe eines teilweise verlassenen Touristendorfs gewählt. Sowohl der Ort als auch die Jahreszeit waren viel zu gefährlich für die Welpen und wir begannen mit der Bergung der Familie. 

Dies kann ein durchaus problematisches Unterfangen sein, setzt es doch voraus, dass die Mutter dabei mitspielt. 

Hündin GINEVRA, die sich wirklich ganz toll um ihre Welpen kümmerte!
Hündin GINEVRA, die sich wirklich ganz toll um ihre Welpen kümmerte!

Aber durch ihre Neugier, den Hunger und das Gebell unserer eigenen Hunde kam die freundliche Hündin, die wir später GINEVRA tauften, uns schwanzwedelnd entgegen und ließ sich völlig freiwillig Halsband und Leine anlegen. Zu Sicherstellung ihrer Welpen hatten wir Decken, Wäschekorb und das allerwichtigste, sterile Handschuhe dabei. Durch unseren Kontakt zu den vielen Tieren in unserem Kooperationstierheim, ist bei so jungen Tieren die Infektionsgefahr einfach viel zu groß, als dass man sie ungeschützt anfassen könnte.

Uns gelang die Bergung der 11 kleinen Welpen und wir waren gemeinsam mit den aufmerksamen Urlaubern sehr glücklich, als wir GINEVRA mit ihren Kindern wohlbehalten ins Rifugio der LIDA bringen konnten. Alle 11 Welpen haben dort, Dank unserer Helfer und Dank unserer Super-Mama die ersten Wochen gut überstanden. 

Wir hofften sehr, dass alle Welpen kräftig genug sind um auch die nächsten kritischen Wochen gut zu überstehen, damit wir sowohl für Mama GINEVRA als auch für ihre Kinder ein eigenes Zuhause suchen können. Das hat sich glücklicherweise bewahrheitet, denn alle 11 Welpen sind inzwischen zu gesunden Hunden herangewachsen. Neben GINEVRA konnten wir auch für 6 ihrer Kinder eine zuhause finden. Für GINEVRAS Kinder,

GiudittaGraziellaGandolfoGaleazzo und 

Gaspare die noch ein Zuhause suchen und die heute ihren 1. Geburtstag haben sind wir aktuell auf der Suche nach einem Zuhause.  

Bleibt uns nur noch darauf hinzuweisen, dass sich tierliebe Menschen, die im Süden ihren Urlaub verbringen wollen, am besten vor Urlaubsantritt über Vereine und Tierheime in der Region informieren, um im Notfall gerüstet zu sein. Die meisten Vereine werden sehr gern und bereitwillig darüber informieren an wen man sich bei einem Fund eines Tieres wenden sollte. Informationen zu unserer Organisation, unsere Tierschutzarbeit vor Ort und unsere Schützlinge, für die wir Hilfe oder ein Zuhause suchen, erhält man auf www.SardinienHunde.org/2-chance

© SardinienHunde e.V. 2018-2019

Ginevras Kinder suchen ein Zuhause

Giuditta - geb.  05/2018
Giuditta - geb. 05/2018
Graziella - geb. 05/2018
Graziella - geb. 05/2018
Galeazzo - geb.  05/2018
Galeazzo - geb. 05/2018
Gandolfo - geb.  05/2018
Gandolfo - geb. 05/2018
Gaspare - geb.  05/2018
Gaspare - geb. 05/2018

SardinienHunde e.V. ist Unterzeichner der Selbstverpflichtungserklärung der Initiative Transparente Zivilgesellschaft.

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