Barbara Müller

Notrufe Sardinien, Kommunikation, Organisation Hilfe vor Ort - Was heißt das?

 

„Hallo, wir sind gerade im Urlaub auf Sardinien…Auf einem verlassenen Grundstück haben wir Hunde in einem sehr engen Gehege gesehen ohne Futter und Wasser, die dauerhaft bellen… Könnten Sie ihnen helfen?“

„Guten Tag, wir sind gerade am Strand von XXX…In einer Höhle im Fels sind eine Mutter mit vier Welpen. Wir haben ihnen etwas Futter gegeben. Könnten Sie ihnen helfen?“

„Hallo, in einem Park in XXX haben wir in einem Mülleimer zwei neugeborene Welpen in einer Tüte gefunden. Wir haben sie mit nach Hause genommen, fahren aber in Kürze wieder zurück nach D. Sie müssen mit der Flasche gefüttert werden. Könnten Sie ihnen helfen?“

„Guten Tag, im Haus meines Onkels ist ein Mieter ausgezogen und hat seine beiden Hunde zurückgelassen. Es stinkt nach Kot. Die Hunde bellen dauerhaft. Könnten Sie ihnen helfen?“

„Hallo, wir haben eine trächtige Streunerin aufgenommen. Nun hat sie 8 Welpen geboren. Könnten Sie uns bei der Vermittlung helfen?“

Das ist nur eine kleine Auswahl der Notrufe, die - insbesondere während der Urlaubszeit zwischen Mai und Oktober - fast täglich aus ganz Sardinien bei mir/uns eingehen. Sie bilden jedoch die Bandbreite der Anfragen realistisch ab. Jedem Notruf gehe ich nach und stelle weitere Fragen, um mir ein besseres Gesamtbild der Lage zu machen und dadurch auch besser einschätzen zu können, wie dringend die Hilfe sein soll: Was ist der genaue Standort? Könnten Sie mir bitte Fotos und Videos der Tiere und des Fundorts schicken? Wenn ein Welpe allein gemeldet wird: Würden Sie bitte schauen, ob sich die Mama und/oder weitere Welpen in der Nähe befinden? Wenn frei herumlaufende Tiere gemeldet werden, versuche ich klar zu machen, dass auf Sardinien ein frei herumlaufendes Tier nicht gleich ein Streuner ist. Viele haben Besitzer oder werden von Tierschützern versorgt. Es ist deshalb immer sehr gewissenhaft zu prüfen, ob der Hund wirklich Hilfe braucht. Rennt der Hund z.B. orientierungslos umher, ist er wahrscheinlich ausgesetzt worden…Sind alle Fragen beantwortet, entscheide ich dann welcher Schritt folgen wird und es beginnt die Kontaktaufnahme mit unseren diversen Kooperationspartnern und/oder Kliniken vor Ort - Laptop und Handy sind dabei meine besten Freunde und viel Schokolade als Nervennahrung…Da sie grundsätzlich alle überfüllt sind, ist es oft sehr herausfordernd doch noch ein Plätzchen für den Notfall zu ergattern…Wie kommt aber der Hund dorthin? Hier bin ich oft auf die Hilfe derjenigen, die den Notfall gemeldet haben, angewiesen. „Haben Sie die Möglichkeit den Hund in eines unserer Kooperationstierheime zu bringen?“ ist eine von mir oft gestellte Frage. Die Reaktionen darauf sind sehr unterschiedlich. Viele Touristen sind sehr kooperativ und scheuen sich nicht auch mal 150 km weit zu fahren, um das Tier in Sicherheit zu bringen. Andere haben Berührungsängste, andere wiederum melden sich, wenn sie wieder Zuhause sind…Ich freue mich sehr, in den letzten fünf Jahren sehr vielen Hunden aus sehr misslichen und unwürdigen Lagen geholfen zu haben und hoffe auch in Zukunft - zusammen mit meinen tollen Vereinskolleginnen und -kollegen und unseren Kooperationspartnern - viel für Hunde in Not bewirken zu können. Denn alles das ist nur im Team möglich!

Ach ja…und während ich schreibe kommt der nächste Hilferuf an… Eure Barbara

Zu meiner Person:

 

Barbara Müller, 58 Jahre alt, zweifache Mama von mittlerweile erwachsenen Kindern, dreifache Oma, Partnerin von Georg, Mama von den besten Fellnasen ever Maya, Wilma und Joschi, aus der SardinienHunde-im-Glück-Gruppe bekannt als Barbara Milano, am Bodensee wohnhaft, noch voll berufstätig und Italien-verliebt. Wen wundert’s…? Milano ist mein Geburtsort und war 22 Jahre lang mein Lebensmittelpunkt. Meine Liebe zu Sardinien wurde anlässlich einer spontanen Urlaubsfahrt mit Georg vor über zwanzig Jahren entfacht und dauert bis heute an… Schon damals kamen wir mit der Streuner-Problematik in Kontakt, haben jedoch - mangels besseren Wissens - alles falsch gemacht… Vor sieben Jahren stieß ich auf den Verein SardinienHunde e.V. und war von dessen Leidenschaft, Wissen und Engagement so beeindruckt, dass ich richtig Lust bekam, mich auch für den Tierschutz auf Sardinien zu engagieren und einen Beitrag zur Linderung des Tierleids auf der Insel zu leisten. Da Italienisch meine Muttersprache ist, lag es auf der Hand, dass ich die Kommunikation mit unseren Kooperationspartnern und die Notrufe übernommen habe.  

SardinienHunde e.V. fordert den sofortigen Stopp des Krieges! In Gedanken bei allen Menschen und Tieren der Ukraine! 

SardinienHunde e.V. ist Unterzeichner der Selbstverpflichtungserklärung der Initiative Transparente Zivilgesellschaft.

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